FLINTA / SLINTA
ausbuchstabiert

Wenn wir von FLINTA / SLINTA oder Lesben und FINTA also Frauen, inter, nicht binäre, trans und agender Menschen sprechen dann meinen wir folgendes:

L wie Lesbe, L wie Dyke

Die gängige Definition von Dykes oder Lesben lautet: Frauen, die auf Frauen stehen oder auch: sapphisch begehren. Der Begriff „sapphisch“ geht auf die Dichterin Sappho zurück, die auf der Insel Lesbos lebte und homoerotische Gedichte verfasste.

Viele Dykes, die sapphisch begehren, verstehen sich aber nicht (nur) als Lesben oder Frauen, oder auch nicht (nur) als weiblich. Viele identifizieren sich als queer, bi oder pan. Andere wiederrum sind nicht-binär, trans oder inter. Ob Queers, frauenliebende Frauen, lesbisch liebende Personen oder sapphische INTA – sie alle sind Teil der Dyke- und Lesben-Community.
Eine Lesbe oder Dyke zu sein, bedeutet mehr als eine sexuelle Orientierung. Sexualität und Geschlecht sind auf komplexe Weise miteinander verwoben – wie ihr auch in einigen Texten hier nachlesen könnt.

Das dominante binäre Geschlechtersystem von Frau und Mann, das in einer heteronormativen Welt etabliert ist, sieht gleichgeschlechtliche Liebe zunächst nicht vor. Die Diskriminierung von Lesben und Dykes ist also immer auch eine Mehrfachdiskriminierung – und unterscheidet sich von der von heterosexuellen Frauen. Sexismus und Homofeindlichkeit wirken gegenüber Lesben in besonderer Weise: Butch-Lesben wird Weiblichkeit abgesprochen, Femme-Lesben hingegen das homosexuelle Begehren.
Sich nicht (nur) als Frau, sondern als Lesbe, als Dyke zu bezeichnen, ist für viele eine emanzipatorische Setzung.

Lesbe zu sein, ist bis heute nicht „nur“ eine Selbstbezeichnung, sondern ein wichtiges politisches Statement.

F wie Frau, F wie Feminismus!

Mit Frauen sind meist cis-hetero Frauen gemeint, also Frauen, deren Geschlechtsidentität dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Unsere Gesellschaft ist stark binär geprägt und geht davon aus, dass es klare Vorgaben für Geschlecht und Geschlechterrollen gibt. Damit verbunden ist die Bewertung dessen was angeblich „nicht richtig“ ist: was nicht weiblich genug, nicht weich genug ist, welche Frauen und LINTA-Personen aus ihrer Rolle fallen, zu hart, zu sportlich oder zu rebellisch erscheinen, nicht an „ihrem Platz“ bleiben – sei es in der Küche oder anderswo.

Diese Stereotype und Rollenbilder sind natürlich ganz großer Quatsch. Wir wissen: Geschlecht ist gesellschaftlich konstruiert. Dennoch wirken Klischees und soziale Erwartungen auf Frauen und LINTA-Personen und zwar in Form von Sexismus und patriarchalen Machtstrukturen.
Besonders frauenliebende Frauen und sapphische INTA trifft dies doppelt: Sie weichen allein durch das Nicht-Heterosein ab; treten sie zusätzlich durch ihr Erscheinungsbild als queer, Dyke oder Butch sichtbar hervor, steigt das Risiko von Anfeindungen.

FLINTA sind besonders von Hassgewalt, Catcalling, Belästigungen im öffentlichen Raum sowie von Übergriffen und sexualisierter Gewalt durch Männer betroffen.

Unsere feministischen Forderungen sind zahlreich

I wie inter

Inter Menschen haben körperliche Merkmale, die nicht eindeutig als männlich oder weiblich sind oder die zugleich typisch für beide Geschlechter gelten. Das kann sich etwa die Anatomie, genetische Merkmale oder Hormone beziehen.

Das ist uns ganz egal, denn inter Lesben sind Teil der Dyke-Community!

N wie nicht binär

Nicht binär bezeichnet jede Geschlechtsidentität außerhalb der Kategorien Mann und Frau. Diese Geschlechtsidentitäten können weibliche oder männliche Anteile vereinen, dazwischenliegen oder ganz außerhalb dieser Kategorien stehen. Und natürlich können nicht binäre Menschen auch lesbisch sein.

Geschlechts-Nonkonformität war stets Teil lesbischer Kultur und prägt viele Dykes in der lesbischen Community.

T wie trans

Trans ist die Selbstbezeichnung für Menschen, deren gelebtes Geschlecht nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen übereinstimmt.
Gerade aufgrund der aktuellen Hass- und Hetzkampagnen gegen trans Personen – insbesondere trans Frauen – ist es uns auch gerade in lesbischen Kontexten so wichtig zu betonen: Trans Frauen sind Frauen auch trans Männer oder trans Mascs können Dykes sein. Trans-Dykes sind Dykes.

Alles andere ist schlicht transfeindlich.

A wie agender

Agender – also geschlechtslose oder auch genderneutrale Menschen – fühlen sich keinem Geschlecht zugehörig oder können mit dem Konzept von Geschlecht nichts anfangen.

Auch hier gilt für uns: Wenn sich aspec-Personen als lesbisch verstehen und als Dyke, als Teil der lesbischen Community, labeln, gehören sie für uns selbstverständlich dazu!

Wir hinterfragen keine Selbstbezeichnungen und Identitäten von Menschen.